Was bedeutet „Claims-made-Prinzip“ und welche Folgen hat es?

Was bedeutet „Claims-made-Prinzip“ und welche Folgen hat es?

Das „Claims-made-Prinzip“ ist ein zentraler Begriff im Bereich der Haftpflicht- und Berufshaftpflichtversicherungen. Es beschreibt den Kontext der Versicherung, der entscheidend für den Schutz des Versicherten in bestimmten Situationen ist. In diesem Artikel werden wir das „Claims-made-Prinzip“ detailliert untersuchen und die Folgen erläutern, die sich daraus für Versicherte ergeben können. Dabei werden wir auch die Vor- und Nachteile sowie praktische Tipps für die richtige Wahl einer entsprechenden Versicherung betrachten.

Was ist das „Claims-made-Prinzip“?

Das „Claims-made-Prinzip“ bezieht sich auf die Art und Weise, wie Versicherungen Ansprüche abdecken. Im Gegensatz zum „Occurrence-Prinzip“, welches jeden Schadenfall abdeckt, der während der Versicherungsdauer eintritt, bezieht sich das „Claims-made-Prinzip“ auf den Zeitpunkt, zu dem ein Schadenfall gemeldet wird.

Wesentliche Merkmale

Beim „Claims-made-Prinzip“ gilt:

  1. Anspruchszeitpunkt: Die Versicherung deckt nur Ansprüche ab, die während der Laufzeit des Versicherungsvertrages geltend gemacht werden. Es ist also entscheidend, dass der Schaden oder die Haftung während der Versicherungsperiode gemeldet wird.
  2. Rückwärtsdeckung: Oft bieten Versicherer eine Rückwärtsdeckung an, die es erlaubt, Schäden abzudecken, die vor Abschluss der Versicherung entstanden sind, solange sie während der Vertragslaufzeit gemeldet werden.
  3. Nachlaufende Deckung: Einige Policen bieten eine Nachlaufende Deckung (oder „Extended Reporting Period“), die es ermöglicht, auch nach dem Auslaufen der Versicherung Ansprüche zu melden, die auf Ereignisse während der Deckungszeit basieren.

Welche Folgen hat das „Claims-made-Prinzip“?

Das „Claims-made-Prinzip“ hat weitreichende Folgen für Berufstätige, die auf eine Haftpflichtversicherung angewiesen sind. Hier sind einige der wichtigsten Aspekte:

1. Risikomanagement bei der Versicherungsauswahl

Versicherte müssen bei der Auswahl ihrer Versicherung sorgfältig abwägen, ob das „Claims-made-Prinzip“ für sie geeigneter ist als andere Modelle. Es ist essenziell, die Policenbedingungen genau zu lesen und die Deckungsszenarien zu verstehen.

2. Bedeutung der Vertragslaufzeit

Die Laufzeit des Versicherungsvertrages ist entscheidend. Bei einem Wechsel der Versicherung können Ansprüche, die in der alten Police entstanden sind, möglicherweise nicht mehr abgedeckt sein, wenn sie nach der Kündigung gemeldet werden. Dies kann zu einer erheblichen finanziellen Belastung für den Versicherten führen.

3. Langfristige Verpflichtungen

Das „Claims-made-Prinzip“ kann zugrunde liegende langfristige Verpflichtungen schaffen. Versicherte sollten sich bewusst sein, dass sogar nach Vertragsende für bereits bekannt gewordene oder möglicherweise zukünftige Ansprüche, die während der Vertragszeit aufgetreten sind, eine Haftung bestehen bleibt.

4. Auswirkungen auf den Preis der Versicherung

Die Prämien für „Claims-made“-Versicherungen können niedriger sein als für „Occurrence“-Modelle, was kurzfristig attraktiv erscheint. Langfristig müssen Versicherte jedoch die Möglichkeit weiterer Ansprüche und die damit verbundenen Kosten berücksichtigen.

Vor- und Nachteile des „Claims-made-Prinzips“

Vorteile

  • Transparente Abdeckung: Ein klarer zeitlicher Rahmen für die Ansprüche kann den Versicherten Sicherheit geben.
  • Günstigere Prämien: In der Regel sind „Claims-made“-Policen kostengünstiger zu erwerben als „Occurrence“-Modelle.
  • Flexibilität: Rückwärtsdeckung und nachlaufende Deckungen bieten Flexibilität bei der Handhabung von Ansprüchen.

Nachteile

  • Unsicherheiten bei Vertragswechseln: Ein Wechsel zu einem anderen Versicherer kann zu Lücken im Versicherungsschutz führen.
  • Komplexität: Die Komplexität der Bedingungen erfordert eine genaue Prüfung und oft auch rechtliche Beratung.
  • Langfristige Kosten manchmal höher: Aufgrund von Nachforderungen können langfristig höhere Kosten anfallen.

Praxisnahe Tipps zur Handhabung des „Claims-made-Prinzips“

Um den potenziellen Risiken, die mit dem „Claims-made-Prinzip“ verbunden sind, vorzubeugen, bieten wir einige praktische Tipps:

1. Vertragsbedingungen gründlich prüfen

Lesen Sie die Versicherungsbedingungen gründlich durch. Achten Sie besonders auf Formulierungen bezüglich der Rückwärts- und Nachlaufenden Deckung.

2. Beratung in Anspruch nehmen

Es kann hilfreich sein, sich von einem Versicherungsmakler oder einem Fachanwalt beraten zu lassen, um sicherzustellen, dass der gewählte Vertrag alle relevanten Risiken abdeckt.

3. Versicherung eine „Claims-made“-Policedeckung mit Nachlaufzeit

Wählen Sie eine „Claims-made“-Policedeckung, die eine ausreichende Nachlaufzeit bietet, um potenzielle Ansprüche, die nach Vertragsende gemeldet werden, auch zu decken.

4. Regelmäßige Überprüfung

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Versicherung, um sicherzustellen, dass sie noch Ihren aktuellen beruflichen Anforderungen und Lebensumständen entspricht.

Fazit: Wer ist für das „Claims-made-Prinzip“ geeignet?

Das „Claims-made-Prinzip“ stellt eine interessante Option für Berufstätige dar, die sich gegen Haftungsansprüche absichern möchten. Es bietet sowohl Vorzüge als auch Herausforderungen, und ist nicht für jeden geeignet. Individuen, die sich in Berufen mit einem hohen Risiko für Haftungsansprüche bewegen, sollten sich besonders gut informieren und entsprechende Vorkehrungen treffen.

Letztlich hängt die Wahl des geeigneten Versicherungsschutzes von der individuellen Situation und den persönlichen Risikoeinschätzungen ab. Durch eine sorgfältige Analyse und gegebenenfalls rechtliche Beratung können die Konsequenzen des „Claims-made-Prinzips“ besser eingegrenzt und damit potenzielle finanzielle Belastungen minimiert werden.

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